
BERLIN, 15. Februar 2024 – Kasachische Regierungsdelegation unter der Leitung des Ministers für Industrie und Bauwesen der Republik Kasachstan, Co-Vorsitzender der deutsch-kasachischen Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel Kanat Scharlapajew ist zu einem Arbeitsbesuch in Berlin eingetroffen.
Hauptziel des Besuchs ist die praktische Umsetzung von Vereinbarungen, die während des Staatsbesuchs vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Kasachstan im Juni und des kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew in Deutschland im September 2023 getroffen wurden.
Während des Besuchs fand die zweite Sitzung der Arbeitsgruppe „Gemeinsame Projektfinanzierung und Risikoabsicherung“ sowie ein Runder Tisch mit Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft statt.
Im Mittelpunkt standen Fragen des weiteren Ausbaus von Handel und wirtschaftlicher Zusammenarbeit in den für beide Länder prioritären Bereichen - Industrie, Energie, Handel, Transport und Logistik. Deutschland ist an Rohstoffen interessiert, Kasachstan wiederum an deutschen Technologien. In diesem Zusammenhang äußerten die Teilnehmer Interesse an der Gründung eines Konsortiums kasachischer und deutscher Unternehmen zur Umsetzung gemeinsamer Projekte in den Bereichen Rohstoffe, Technologie und Industrie, insbesondere unter Berücksichtigung von ESG-Standards.
Die kasachische Seite lud die deutschen Partner zu einer aktiven Zusammenarbeit ein und sicherte günstige Investitionsmöglichkeiten zu.
Im Zusammenhang mit der „grünen“ Transformation bekundete die deutsche Seite ein großes Interesse an Kasachstan. Dies ist nicht nur auf die billigeren Energiequellen im Land zurückzuführen, sondern auch auf die Attraktivität der Beteiligung an großen „grünen“ Projekten, die derzeit umgesetzt werden sowie auf die großen Chancen des Landes bei der Herstellung von „grünem“ Wasserstoff, Stahl und anderen energieintensiven Produkten.
„Deutschland ist ein strategischer Partner Kasachstans in der Europäischen Union. Die aktuellen geopolitischen Gegebenheiten eröffnen Kasachstan und Deutschland neue Möglichkeiten, ihre Geschäftsbeziehungen in den Bereichen Energie, Verkehr und Agrarindustrie auszubauen. Das große grüne Wasserstoffprojekt von Svevind in West-Kasachstan ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung von kohlenstoffarmen Technologien und erneuerbaren Energiequellen“, kommentierte Kanat Scharlapajew.
Verkehr und Logistik standen im besonderen Fokus ebenso wie die Aussichten bei der Entwicklung der internationalen Verkehrskorridore durch Kasachstan.
„Die Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland sind heute auf höchstem Niveau. Aufgrund seiner geografischen Lage an der Kreuzung interkontinentaler Verkehrswege, einschließlich der Energieversorgungswege, kann Kasachstan getrost als regionale Wirtschaftsdrehscheibe bezeichnet werden“, sagte Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Co-Vorsitzender des Kasachisch-Deutschen Wirtschaftsrates.
Darüber hinaus führte der Delegationsleiter konstruktive Gespräche mit einer Reihe führender deutscher Unternehmen aus den Bereichen Bergbau, Werkzeugmaschinen und Industrieausrüstung, Medizin und Lebensmittelindustrie.