
Siebter „Stammtisch unterm Schanyrak“ in Berlin dem archäologischen Erbe der Großen Steppe gewidmet
Im Zentrum der deutschen Hauptstadt fand im Rahmen des Projekts „Stammtisch unterm Schanyrak“ die siebte Veranstaltung zum Thema „Die Große Kasachische Steppe – der Glanz des skythischen Goldes und die frühe Geschichte der nomadischen Kulturen Eurasiens“ statt. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, von Museen und Kultureinrichtungen sowie Interessierte zusammen, die sich für das reiche historische Erbe Kasachstans begeistern.
Der Botschafter der Republik Kasachstan in Deutschland, Nurlan Onzhanov, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Großen Steppe als eines der zentralen Zentren der Entstehung und Entwicklung der frühen Zivilisationen Eurasiens. Er hob hervor, dass archäologische Forschungen ein tieferes Verständnis der historischen Prozesse ermöglichen, die sich auf dem Gebiet des heutigen Kasachstans vollzogen haben, und zugleich den Reichtum des kulturellen Erbes der Völker offenbaren, die den Steppenraum über viele Jahrhunderte hinweg besiedelten.
Der Leiter der diplomatischen Mission berichtete über die archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahrzehnte, darunter den weltweit bekannten „Goldenen Menschen“ aus dem Issyk-Kurgan, die Funde aus den Berel-Kurganen in Ostkasachstan sowie weitere Denkmäler der Sakenzeit, die vom hohen Entwicklungsstand früher nomadischer Gesellschaften zeugen.
Der Wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Dr. Anton Gass, hielt einen Vortrag über archäologische Forschungen in Ostkasachstan. Im Rahmen seiner Präsentation stellte er die Ergebnisse der Untersuchungen von Fundstätten in den Regionen Tarbagatai und Semiretschje vor, die einen wichtigen Platz in der Erforschung der frühen nomadischen Kulturen Eurasiens einnehmen. Der Experte erläuterte die Bedeutung der entdeckten Artefakte und ihren Beitrag zum Verständnis der historischen und kulturellen Prozesse, die sich im weitläufigen Raum der Großen Steppe vollzogen haben.
Dr. Finn Schneider vom Deutschen Archäologischen Institut berichtete über seine Erfahrungen bei archäologischen Ausgrabungen in Kasachstan im Jahr 2025. In seinem Vortrag schilderte er den Verlauf der Feldforschungen, präsentierte die Ergebnisse der durchgeführten Arbeiten und betonte das hohe wissenschaftliche Potenzial der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Archäologie. Besonders großes Interesse weckten seine persönlichen Eindrücke von der Arbeit an archäologischen Fundstätten in Kasachstan.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem hervorgehoben, dass das Erbe der Großen Steppe auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat und einen wichtigen Beitrag zur Förderung des internationalen Kulturdialogs sowie des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Völkern leistet.
Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine lebhafte Diskussion mit Fragerunde statt. Dabei tauschten die Teilnehmenden ihre Ansichten über die Rolle nomadischer Zivilisationen in der Geschichte Eurasiens, aktuelle archäologische Forschungen sowie die Perspektiven für die weitere Entwicklung der kasachisch-deutschen Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und Kultur aus.